Komplementär­medizin


Was ist Komplementärmedizin?

Unter dem Begriff Komplementärmedizin werden medizinische Methoden gefasst, die sich als ergänzend zur klassischen naturwissenschaftlichen Schulmedizin verstehen.

Früher wurde von Alternativmedizin gesprochen. Aus dem Gegenentwurf, der für die Komplementärmedizin anfangs notwendig ist, wurde mittlerweile eine ergänzende Kraft, die von der Schulmedizin zunehmend akzeptiert und integriert wird.

Schulmedizinische Methoden gelten bisher noch als wissenschaftlich besser erforscht und in ihrer Wirkweise erklärt. Die Methoden der Komplementärmedizin schauen aber auf eine viel längere Zeit der empirischen Erprobung zurück. Ihre Wirksamkeit zeigt sich bis in die heutige Zeit in der Anwendung als auch in der Konsequenz der traditionellen Überlieferung über Epochen des Weltgeschichte.

Doch die noch junge naturwissenschaftliche Forschung komplementärmedizinscher Medizin bescheinigt etwa der Akupunktur mittlerweile signifikante Wirksamkeit bei 40 verschiedenen Krankheitsbildern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Akupunktur seit 20 Jahren, was weltweit 400.000 Ärzte in ihrer Praxis befolgen.

Methodenvielfalt der Komplementärmedizin

Auch wenn die Komplementärmedizin noch ein neuer Begriff ist, die Methoden sind zum Teil Tausende von Jahren alt und erprobt.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die lange Erfahrung der TCM ist ganzheitlich auf die Harmonisierung von Körper, Seele und Geist ausgelegt. Nach dieser Lehre strömen verschiedene Energien auf vielen Bahnen über und durch den Körper und versorgen so sämtliche Regionen und Organe. Krankheit entsteht, wo diese Energie, Chi genannt, blockiert ist oder überschießt. Verschiedene Methoden der Komplementärmedizin schaffen es, diese Energiestörungen positiv zu beeinflussen, Akupunktur (auf die noch eingegangen wird), Kräutermedizin, Massage, Schröpfen, Heilnahrung oder Moxibustation seien beispielhaft genannt. Neben dieser Harmonisierung aktiviert TCM auch die Selbstheilungskräfte.

Akupunktur

Die wohl bekannteste, weil spektakulärste TCM-Methode, ist die Akupunktur. Auch wenn sie traditionell aus Asien kommt, hat sie auch losgelöst von TCM in Europa und anderen nichtasiatischen Ländern Fuß gefasst. Hier wird die Harmonisierung der Chi-Energie erreicht, indem in bestimmte Punkte auf den erwähnten Energiebahnen feine Metallnadeln gesetzt werden, die dort einige Minuten verbleiben. Unabhängig von Akupunktur als Heilmethode wird Akupunktur auch von Schulmedizinern genutzt: So gibt es in Akupunktur ausgebildete Zahnärzte, die mit dieser Methode Komplettbetäubung erreichen und auf Spritzen von Betäubungsmitteln komplett verzichten.

Moxibustion

Diese traditionelle TCM Methode, auch mit Moxatherapie oder Moxen bezeichnet, wurde auch besonders in Japan aufgenommen und weiterentwickelt. Die Wirkung der Moxibustion beruht auf Wärme, die an bestimmten Punkten auf den Chi-Meridianen erzeugt wird. Diese soll das Chi stimulieren. Die Ähnlichkeit mit der Akupunktur liegt auf der Hand: Statt Nadeln werden Moxa-Zigarren oder Moxa-Hütchen glimmend an die zur Beeinflussung ausgewählten Energiepunkte gebracht.

Komplementärmedizin ist grundsätzlich bei allen Erkrankungen geeignet. Vor allem chronische Krankheiten, die langwierig verlaufen, können durch Komplementärmedizin gebessert und auch geheilt werden. Eine komplementärmedizinische Nachbehandlung nach Operationen, schulmedizinischer Medikation, Bestrahlung oder Chemotherapie ist ebenso sinnvoll und segensreich.